Bauernhaus-Museum Wolfegg

Baden-Württemberg, Deutschland

Tauchen Sie ein in die Geschichte Oberschwabens und des Westallgäus! Auf den Spuren von Bauern, Mägden, Knechten und Dorfhandwerkern erfahren Sie Wissens- und Staunenswertes über regionaltypische Bauernhäuser und die Menschen, die darin gelebt und gearbeitet haben. Es gibt viel zu entdecken, beispielsweise wie sich die Lebens- und Arbeitsverhältnisse auf dem Lande über Jahrhunderte wandelten oder wie so manche technische Errungenschaft das Leben auf dem Land erleichterte. Die 16 Gebäude auf dem 11 Hektar großen Museumsgelände erzählen fesselnde Geschichten und berichten über so manch berührendes Schicksal ihrer Bewohner.

Die Idee des Schwabenkinderprojektes ist im Bauernhaus-Museum Wolfegg entstanden, denn die Geschichte der Schwabenkinder war über Generationen hinweg verknüpft mit der Geschichte vieler oberschwäbischer Bauernhöfe. Das Museum beherbergt mit seiner Dauerausstellung nicht nur den größten Baustein des grenzüberschreitenden Projektes, sondern nähert sich zugleich mit multimedialer als auch mit klassischer musealer Konzeption dem Thema.

„Daheim war nirgends kein Verdienst“ – so charakterisierte Hermann Mangott aus Tirol, eines der letzten Schwabenkinder, die Gründe für das Schwabengehen. Über Jahrhunderte hinweg machten sich die Kinder aus den alpinen Bergregionen auf den Weg in die Fremde, um dort Arbeit zu suchen. Die Fremde, das hieß nach Oberschwaben und ins Allgäu. Dort warteten große Bauernhöfe, die meist viele Arbeitskräfte benötigten.

Ausstellung in der Zehntscheuer

Das Eingangsgebäude des Bauernhaus-Museum Wolfegg, die Zehntscheuer Gessenried, wird zur Gänze als Ausstellungsfläche genutzt. Im Erdgeschoss erfährt der Besucher eine Einführung in die Thematik Schwabenkinder. Auf dem großen Fenster ist eine große Landkarte des Alpenraums zu finden, welche die Hauptrouten der Schwabenkinder aus ihren Heimatregionen nach Oberschwaben und den Bodenseeraum abbildet. Im Obergeschoss präsentiert sich der Schwerpunkt der Ausstellung.

Die Schwabenkinder werden in vier Themenräumen umfassend behandelt: Herkunft, Weg, Markt und Alltag. Über den IPod-Guide wird der Besucher „personalisiert“: er hört die Geschichte seines Schwabenkindes. Insgesamt stellen 16 verschiedene Biographien von Schwabenkindern eine repräsentative Bandbreite an Erfahrungen und Eindrücken zu unterschiedlichen Zeitpunkten vor. Die vier Themenräume sind darüber hinaus auch über den „klassischen“ Weg anhand von Texten und Exponaten zu erschließen. Die ebenfalls in der Zehntscheuer installierte, interaktive Fotowand zeigt 50 Fotos von Stationen entlang des Themenwanderwegs. Wanderer sollen diese Motive zu unterschiedlichen Jahreszeiten ebenfalls festhalten und dem Museum zur Verfügung stellen. So visualisiert sie den Weg der Kinder.

Ausstellungskonzeption: Büro VON M, Stuttgart

Auszeichnung für die Schwabenkinderausstellung

Ausstellung im Blaserhof

Im Blaserhof, dem bisher neuesten historischen Gebäude auf dem Museumsgelände, werden Einzelschicksale von Schwabenkindern vorgestellt, insbesondere das des achtjährigen Florin Derungs aus Obercastels (heute Surcasti/Graubünden), der 1865 als Schwabenkind auf den Blaserhof kam. Damit steht dem Besucher ein Gebäude zur Besichtigung offen, das gewissermaßen einen „baulichen Zeitzeugen“ darstellt und die Lebens- und Arbeitsbedingungen eines Schwabenkindes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts authentisch abbildet.

Daneben wird eine kleine Geschichtswerkstatt eingerichtet. Hier kann recherchiert, aber auch einfach nur gestöbert werden. Nicht zuletzt Schulklassen bietet sich hier die optimale Möglichkeit, die Schüler selbst forschen zu lassen und sich mit historischen Quellen kritisch auseinanderzusetzen.