Die Schwabenkinder in Rheinfelden

12.06.2015 | Interreg IV-Projekt

In der Rathausgalerie ist bis 26. Juni eine Wanderausstellung über das Schicksal von früheren Hütekindern zu sehen

Das Kulturamt präsentiert derzeit die Ausstellung „Die Schwabenkinder“ im Rathaus. In der Wanderausstellung wird anschaulich das Los der so genannten Schwabenkinder dargestellt. Die Schwabenkinder kamen alljährlich zu Tausenden aus dem kargen Alpenraum nach Oberschwaben. Im Frühjahr zogen sie durch die noch schneebedeckten Alpenpässe in die Gebiete nördlich des Bodensees.

Über mehr als 300 Jahre, vom 17. bis ins 20. Jahrhundert, arbeiteten sie als kleine Mägde und Knechte auf den Höfen der dortigen wohlhabenden Bauern. Fast alle stammten sie aus kinderreichen Familien, deren Lebensgrundlage nicht ausreichte, die Familie selbständig zu ernähren. Und so machten sich die Kinder auf den teils sehr beschwerlichen und langen Weg aus Vorarlberg, Tirol, Südtirol, Graubünden und Liechtenstein. In Oberschwaben trafen die Kinder auf den so genannten Hütekindermärkten auf ihre Arbeitgeber, zumeist wohlhabende Bauern, bei denen sie den Sommer über Arbeiten im Stall, auf dem Feld und die Mädchen zusätzlich im Haushalt verrichteten.

Info: Die Wanderausstellung „Die Schwabenkinder“ kann noch bis zum 26. Juni während der üblichen Öffnungszeiten des Rathauses, montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr, im 1. Obergeschoss des Rathauses besucht werden. Eintritt frei.

Quelle: SÜDKURIER


FOTO:©Mathis Leicht